Tomorrow Never Dies (Film)

Rating: 4.5 out of 5.

Tomorrow Never Dies ist der 18. Bond-Film der EON-Reihe und der zweite Film mit Pierce Brosnan als James Bond aus dem Jahr 1997.

Allgemeines und Trailer
Darsteller, Drehorte, Figuren und Handlung
Produktionskosten und Einspielergebnis

Allgemeines und Trailer

Der Film wurde von Januar bis September 1997 unter der Regie von Roger Spottiswoode nach einem Drehbuch von Bruce Feirstein gedreht und von Barbara Broccoli und Michael G. Wilson produziert. Tomorrow Never Dies ist der erste Bond-Film, der nach dem Tod von Albert R. Broccoli produziert wurde. Regisseur der Second Unit war Vic Armstrong, Bildregisseur war Robert Elswit. Das Produktionsdesign stammt von Allan Cameron. Die Filmmusik verantwortete nach dem Ausscheiden von John Barry zum ersten Mal David Arnold, was Tomorrow Never Dies zu einem filmmusikalischen Meilenstein der Bond-Reihe macht. Als Titel war in einer frühen Phase des Produktionsprozesses »Tomorrow Never Lies« vorgesehen. Die Uraufführung fand am 9. Dezember 1997 im Odeon Leicester Square in London statt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz erschien Tomorrow Never Dies unter dem Titel »Der Morgen stirbt nie«.

Vom Verleiher United Artists wurde der Film mit folgendem Trailer beworben:

Darsteller, Drehorte, Figuren und Handlung

Tomorrow Never Dies eröffnet mit der berühmten Pistolenlauf-Sequenz.

Im Vorspann finden wir uns auf einem illegalen Waffen-Basar – einem Treffen von Waffenhändlern und Terroristen auf einem russischen Militärflugplatz an der Grenze zu China (gedreht auf dem Flugplatz Peyresourde-Balestas am Col de Peyresourde in den französischen Pyrenäen). Das britische Verteidigungsministerium und der MI6 beobachten die Szene mittels Überwachungskameras in einem Lagezentrum des Ministeriums im Rahmen einer gemeinsam mit Russland durchgeführten Operation. Anwesend sind unter anderem der britische Konteradmiral Roebuck (Geoffrey Palmer) und der russische General Bukharin (Terence Rigby) sowie M (Judi Dench) und ihr Stabschef Charles Robinson (Colin Salmon), der hier als Figur eingeführt wird. (Dench und Palmer spielten von 1992 bis 2005 ein Ehepaar in der im Vereinigten Königreich populären Fernsehserie As Time Goes By). Robinson identifiziert ein von dem US-amerikanischen Terroristen Henry Gupta (Ricky Jay) erworbenes Gerät als GPS-Chiffriercomputer, mit dem die Daten der Navigationssatelliten des US-amerikanischen GPS-Systems manipuliert werden können. Gupta begegnet uns damit als zweites Beispiel eines Hackers und Cyber-Terroristen der Bond-Reihe – nach Boris Grishenko aus dem Vorgängerfilm GoldenEye.

Konteradmiral Roebuck befiehlt in Absprache mit General Bukharin, der wegen anstehender Wahlen in Russland kein militärisches Eingreifen seiner Armee riskieren will, den Beschuss des Waffen-Basars durch die vor der Küste Chinas kreuzende britische Fregatte HMS Tenby. M protestiert, da ihr Agent vor Ort seine Mission noch nicht beendet habe. Dessen ungeachtet wird von Bord der HMS Tenby eine Rakete gestartet. Erst als auf den Aufnahmen der Überwachungskameras ein mit Nuklear-Torpedos bestückter russischer Kampfjet vom Typ Aero L-39 Albatros zu sehen ist, wird klar, weshalb der MI6-Agent vor Ort die Szene trotz des bevorstehenden Raketeneinschlags nicht verlässt: Ein Raketenangriff würde womöglich zur Explosion der mit Atomsprengköpfen bestückten Torpedos führen, jedenfalls aber große Mengen radioaktiven Materials freisetzen. Konteradmiral Roebuck befiehlt daraufhin die Zerstörung der im Anflug auf den Waffen-Basar befindlichen Rakete. Doch der Befehl läuft ins Leere, da die Rakete bereits außer Reichweite ist. Dem MI6-Agenten bleiben nur drei Minuten bis zum Einschlag der britischen Rakete, deren Flug der Zuschauer aus der Perspektive des Flugkörpers selbst immer wieder nachverfolgen kann. Als der MI6-Agent auf dem Basar die erste Person überwältigt, nachdem er ihr Feuer angeboten hat, erkennen wir, dass es sich bei dem Agenten um James Bond (Pierce Brosnan) handelt. Bond löst auf dem Militärflugplatz mehrere Explosionen aus und bemächtigt sich der mit den Nuklear-Torpedos bestückten Albatros, indem er den auf dem Rücksitz der Maschine sitzenden Piloten überwältigt.

Bond, der von einem weiteren Kampfjet verfolgt wird, gelingt es in letzter Sekunde, die Maschine zu starten und vor der Explosion in Sicherheit zu bringen. Die Verbindung zum Lagezentrum reißt ab, doch der von Bond gesteuerte Jet schießt – untermalt vom James-Bond-Thema – aus dem Feuerball der Explosion hervor. Bond liefert sich ein Luftgefecht mit dem ihn verfolgenden Piloten, während er zugleich von dem noch immer im Rücksitz seiner eigenen Maschine befindlichen, inzwischen jedoch wieder zu Bewusstsein gekommenen Piloten stranguliert wird und seine eigene Maschine mit den Knien steuert. Die Verfolgermaschine schaltet er aus, indem er – unter ihr fliegend – den Schleudersitz betätigt, der den hinter ihm im Rücksitz befindlichen Piloten hinaus und durch den Boden in das Cockpit des feindlichen Jets katapultiert. Mit den Worten »Ask the Admiral where he’d like his bombs delivered.« (»Fragen Sie den Admiral, wohin er seine Bomben geliefert haben möchte.«) meldet sich Bond im Lagezentrum, in dem Gelächter und Applaus ausbrechen. M ist erleichtert und zufrieden mit der Leistung ihres Agenten, während Konteradmiral Roebuck betreten schaut:

Der Blick in den von Bond gezündeten Nachbrenner leitet über in die Titelsequenz, die – wie die Titelsequenzen sämtlicher Bond-Filme seit GoldenEye mit Ausnahme von Quantum of Solace – von Daniel Kleinman gestaltet wurde. Der Titelsong Tomorrow Never Dies wurde geschrieben von Sheryl Crow und Mitchell Froom, gesungen von Crow und produziert von Froom. Zu sehen sind kaleidoskopartig animierte Röntgenansichten von Schusswaffen, Munition und Messern, die mit ebenfalls röntgenartigen Ansichten von Schaltkreisen und Frauenfiguren gemischt werden. Später erscheinen die rot-grün-blauen Bildpunkte sowie die Maske eines Röhrenbildschirms – Elemente, die auf das Medium Fernsehen verweisen.

Nach einer jedenfalls musikalisch vergleichsweise uninspirierten Überleitung sehen wir eine weitere britische Fregatte. Es handelt sich um die HMS Devonshire, die bei Nacht im Südchinesischen Meer kreuzt und plötzlich von zwei chinesischen Kampfjets vom Typ MiG-21 überflogen wird. Die beiden Piloten behaupten, die britische Fregatte kreuze elf Meilen vor der chinesischen Küste in chinesischen Hoheitsgewässern. Sie drohen damit, das Feuer zu eröffnen, sofern die HMS Devonshire nicht einen chinesischen Hafen anlaufe. Der Kapitän der Fregatte verweigert sich der Aufforderung, da er sein Schiff auf Grund von GPS-Daten sicher in internationalen Gewässern glaubt.

Im Hauptquartier des Carver Media Group Network in Hamburg sehen wir, wie Gupta die von der HMS Devonshire genutzten GPS-Daten mit Hilfe des auf dem Waffen-Basar erworbenen Chiffriercomputers manipuliert. Eine computeranimierte, qualitativ gegenüber dem übrigen Film deutlich abfallende Szene zeigt einen Satelliten des Carver Media Group Network in unmittelbarer Nähe eines GPS-Satelliten in der Erdumlaufbahn, was den manipulativen Einfluss visualisieren soll, der hier auf das GPS ausgeübt wird.

Wir sehen sodann ein Tarnkappen- oder Stealth-Boot, das sich unbemerkt in der Nähe der HMS Devonshire positioniert. Als die beiden chinesischen Kampfjets einen weiteren Überflug über der britischen Fregatte beginnen, wird ein torpedo-artiges Geschoss namens »Seadrill« zu Wasser gelassen, das sich mittels Zahnrädern fortbewegt in die Hülle der HMS Devonshire fräst, so dass es zu einem Wassereinbruch kommt. Da das Stealth-Boot unerkannt bleibt und der Angriff in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem Überflug der beiden chinesischen Kampfjets erfolgt, geht die Besatzung der britischen Fregatte davon aus, ihr Schiff würde von einem chinesischen Torpedo versenkt. Ein entsprechender Funkspruch samt letzter Position wird an die Admiralität abgesetzt, bevor die Besatzung das rasch sinkende Schiff verlässt. Zur gleichen Zeit wird an Bord des Stealth-Bootes eine Rakete gestartet, mit der einer der beiden chinesischen Kampfjets abgeschossen wird. Da das Boot auch für die beiden chinesischen Kampfpiloten unsichtbar ist, gehen sie davon aus, von der HMS Devonshire beschossen zu werden. Die Besatzung des Stealth-Bootes fängt den letzten Funkspruch der britischen Fregatte ab und erkennt, dass die Besatzung ihre letzte Position auf Grund der Manipulation der GPS-Daten 70 Meilen von der wahren Position entfernt angegeben hat.

Im Hauptquartier des Carver Media Group Network wird zur gleichen Zeit bereits die Titelseite der Zeitung Tomorrow vorbereitet: Der zunächst nur schemenhaft zu erkennende Herausgeber ändert die Schlagzeile auf dem Titel von »BRITISH SAILORS KILLED« (»BRITISCHE SEELEUTE UMGEKOMMEN«) zu »BRITISH SAILORS MURDERED« (»BRITISCHE SEELEUTE ERMORDET«). Unter der Schlagzeile ist bereits die Meldung »??????? machine gunned bodies found« (»??????? Leichen mit Maschinengewehr-Einschüssen geborgen«) zu sehen. (Die Anzahl der als Platzhalter verwendeten Fragezeichen beträgt (00)7). Der Herausgeber lässt sich mit seinem Handlanger Richard Stamper (Götz Otto) verbinden, der die Durchführung des Angriffs an Bord des Stealth-Bootes überwacht. Er weist Stamper an, die genaue Zahl der Überlebenden für die Zeitungsmeldung mitzuteilen und darauf zu achten, die richtige Munition zu verwenden.

An Bord des Stealth-Bootes erschießt Stamper die im Wasser treibenden Besatzungsmitglieder der HMS Devonshire, die auf Rettung gehofft hatten, während ein – offensichtlich zum Carver Media Group Network gehörender – Kameramann die brutale Szene aus nächster Nähe filmt. Von Bord des Stealth-Bootes werden Taucher zu der nunmehr auf Grund liegenden britischen Fregatte entsandt. Diese entwenden einen der an Bord befindlichen Marschflugkörper. Der Herausgeber der Zeitung Tomorrow hält derweil eine Videokonferenz mit einigen seiner Redakteure ab, die er in Anspielung auf die gleichnamigen Apportierhunde seine »Golden Retriever« nennt – unter ihnen Mr. Wallace, dargestellt von Michael G. Wilson, der hier seinen üblichen Cameo-Auftritt hat. Wir erleben mit, wie die Veröffentlichung einer bewusst fehlerbehafteten Software sowie die Erpressung des amerikanischen Präsidenten in die Wege geleitet werden. Sodann meldet sich Stamper von Bord des Stealth-Bootes und teilt mit, dass die Aufnahmen von der Erschießung der Besatzungsmitglieder von guter Qualität seien; die Zahl der Überlebenden habe 17 betragen. Der Herausgeber teilt seinen Redakteuren daraufhin mit, durch einen glücklichen Zufall habe sich die ideale Meldung zum Start des neuen Satelliten-Netzwerks des Carver Media Group Network ergeben: Im Südchinesischen Meer entwickele sich eine Krise. Er phantasiert darüber, wie eine Milliarde Menschen auf der ganzen Welt die Geschichte über die Medien seines Netzwerks verfolgen werden.

James Bond, der sich in einer der explizitesten Szenen der Reihe an der Universität Oxford mit einer Dänisch-Professorin vergnügt, wird von Miss Moneypenny (Samantha Bond) im Rahmen eines anspielungsreichen Wortwechsels am Telephon ins Lagezentrum des Verteidigungsministeriums beordert. Als sie den Hörer auflegt und sich umdreht, steht M hinter ihr, die das Gespräch offenbar mitangehört hat. Auf Moneypennys Aufforderung »Don’t ask!« (»Fragen Sie nicht!«) reagiert sie mit der Antwort »Don’t tell!« (»Sagen Sie’s nicht!«). Als Bond mit seinem Aston Martin DB5 auf dem Weg ins Lagezentrum ist, streiten M und Konteradmiral Roebuck vor dem britischen Verteidigungsminister (Julian Fellowes) über das richtige Vorgehen in der Sache. Während Roebuck einen sofortigen Gegenschlag gegen die Chinesen fordert, weist M auf ein bisher nicht identifiziertes Signal hin, das die Station des MI6 in Singapur zum Zeitpunkt des Vorfalls auf der GPS-Frequenz aufgefangen hat und das die Fregatte vom Kurs abgebracht haben könnte. Ein dritter Weltkrieg müsse verhindert, die Herkunft des Signals zunächst ermittelt werden. Als der Verteidigungsminister darauf hinweist, dass auch mit Blick auf die Presse, die nach Vergeltung rufe, eine Eskalation der Lage verhindert werden müsse, trifft Bond ein. Er präsentiert den Anwesenden die aktuelle Ausgabe der Zeitung Tomorrow mit der Schlagzeile »BRITISH SAILORS MURDERED. Seventeen machine gunned bodies found« (»BRITISCHE SEELEUTE ERMORDET. Siebzehn Leichen mit Maschinengewehr-Einschüssen geborgen«). Die Zeitung behauptet unter Berufung auf vietnamesische Behörden, die Opfer seien mit der gleichen Munition erschossen worden, die von der chinesischen Luftwaffe verwendet wird. Der Verteidigungsminister entscheidet daraufhin an Ort und Stelle, die britische Flotte zur Vorbereitung eines Gegenschlags ins Südchinesische Meer zu schicken. M bleiben bis zum Eintreffen der Flotte 48 Stunden Zeit für ihre Ermittlungen.

Auf der gemeinsamen Fahrt ins Hauptquartier des MI6 besprechen M, Stabschef Robinson, Bond und Moneypenny die Situation. Bond weist darauf hin, dass Tomorrow die veröffentlichten Informationen in Wahrheit vor der vietnamesischen Regierung gehabt haben muss, da die Leichen der britischen Seeleute erst vor wenigen Stunden gefunden worden seien. M eröffnet Bond, dass die Herkunft des Störsignals bereits bekannt ist: Es stammte von einem der Satelliten des Medienmoguls Elliot Carver (Jonathan Pryce), dem Herausgeber der Zeitung Tomorrow. M schickt Bond nach Hamburg, wo er seine Ermittlungen auf der für den Abend geplanten Einweihungsfeier für das neue Satelliten-Netzwerk Carvers beginnen soll. Sie überrascht ihn mit dem Wissen, dass Bond einst in einer Beziehung mit Carvers heutiger Ehefrau war und beauftragt ihn, seine Kontakte zu Paris Carver (Teri Hatcher) zu nutzen, um herauszufinden, ob und weshalb Carver die britische Fregatte vom Kurs abgebracht hat.

Bond landet an Bord einer Boeing 737 in Hamburg, wo er am Flughafen – auf Deutsch – nach dem für ihn reservierten Mietwagen fragt. Auftritt Q (Desmond Llewelyn), der ihm im Rahmen des für die beiden Figuren typischen humorvollen Austauschs einen mit Abwehrsystemen und Waffen sowie einem Bordcomputer mit weiblicher Stimme ausgestatteten Wagen vom Typ BMW 750iL präsentiert. Hinzu kommt ein Mobiltelephon, das ebenfalls mit Abwehrmechanismen ausgestattet ist und als Fernsteuerung für den 750iL dient. Im Gegensatz zu Q selbst kommt Bond – wie für ihn üblich – bereits beim ersten Versuch ausgesprochen gut mit der Steuerung des Wagens zurecht.

Am Abend trifft Bond, getarnt als Bankier, bei der Einweihungsfeier für Elliot Carvers neues Satelliten-Netzwerk ein. Noch bevor er ausführlich mit Carver sprechen kann, wird dieser auf Wai Lin (Michelle Yeoh) aufmerksam, die als chinesische Journalistin auftritt. Bond nutzt die Gelegenheit, Paris Carver aufzusuchen, die ihm sogleich eine Ohrfeige verpasst – als Strafe dafür, dass er sich seinerzeit mit den Worten »I’ll be right back.« (»Ich bin gleich wieder da.«) von ihr verabschiedet hatte, aber bis heute nicht zurückgekehrt war. In dem Gespräch, das sich zwischen den beiden entwickelt, fällt der Satz »Tell me, James, do you still sleep with a gun under your pillow?« (»Sag mal, James, schläfst du immer noch mit einer Waffe unter dem Kopfkissen?«), den Gupta im Technikraum heimlich aufzeichnet. Im anschließenden Gespräch mit Elliot Carver, Paris Carver und Wai Lin lässt Bond durch kaum verdeckte Anspielungen erkennen, dass er Elliot Carver auf der Schliche ist.

Während Carver mit einer Ansprache zur Einweihung seines Satelliten-Netzwerks live geht und auf die Krise im Südchinesischen Meer zu sprechen kommt, bringen seine Sicherheitsleute Bond in ein schalldichtes Hinterzimmer, um hin zu foltern. Bond überwältigt die Sicherheitsleute und führt am Sicherungskasten des Gebäudekomplexes einen Stromausfall herbei, der zum Abbruch der Live-Übertragung von Carvers Ansprache führt.

In seinem Zimmer im Hotel Atlantic wartet Bond auf Carvers Handlanger. Carver hat Verdacht geschöpft und befragt seine Frau nach Bond. Diese besteht darauf, ihn kaum zu kennen. Zu Bonds Überraschung erscheint Paris Carver dann im Hotel Atlantic. In einem kurzen Gespräch arbeiten die beiden ihre Vergangenheit auf, bevor sie die Nacht miteinander verbringen. Gupta spielt Carver die Aufnahme des Satzes vor, den seine Frau früher am Abend zu Bond gesagt hat. Am folgenden Morgen besteht Paris Carver darauf, Bond die Lage eines geheimen Labors ihres Mannes zu verraten und dann zu Carver zurückzukehren – sofern Bond nicht von Carver ablasse, sei sie ohnehin nicht vor diesem zu schützen.

Bond steigt in Carvers Labor ein und entwendet den Dechiffriercomputer, mit dem Gupta die Daten der GPS-Satelliten manipuliert hat. In diesem Moment bricht auch Wai Lin in das Labor ein, wobei sie einen Alarm auslöst. Bond und Wai flüchten auf getrennten Wegen vor den herbeieilenden Wachen. Als Bond auf seiner Flucht im 750iL an der Außenalster entlangfährt, erreicht ihn ein Anruf Elliot Cravers, der »zwei Dinge« zurückfordert, die ihm »gehören« (»two items that belong to me«): den Dechiffriercomputer und seine Frau. Bond rast zurück zum Hotel Atlantic, wo er den 750iL in einem Parkhaus abstellt. In seiner Suite hört er aus dem Fernseher, wie Carvers Nachrichtensender den Tod von Paris Carver vermeldet. Unmittelbar darauf findet er ihre Leiche. Als die Nachrichtensprecherin verkündet, dass in der Suite auch die Leiche eines unbekannten Mannes gefunden wurde, der sich anscheinend selbst erschossen hat, wird Bond von Carvers Handlanger Dr. Kaufman (Vincent Schiavelli) mit einer Waffe bedroht. Kaufman stellt sich als herausragender Scharfschütze und Professor für Rechtsmedizin vor und behauptet, Bond von Stuttgart aus erschießen und es dabei so aussehen lassen zu können, als ob sich dieser selbst getötet habe. Als Kaufman auf Bond anlegt, wird er von einem Funkspruch Stampers vom Schuss abgehalten. Stamper berichtet, dass Carvers Männer Bonds Wagen nicht öffnen und daher nicht an den Dechiffriercomputer gelangen können. Bond bringt Kaufman dazu, mit seinem Mobiltelephon eine Tastenkombination zu wählen, die vorgeblich den Wagen entsperrt, in Wahrheit aber Kaufman mit einem Stromstoß außer Gefecht setzt, so dass Bond ihn erschießen kann. Sodann nutzt Bond seinen Ferngesteuerten 750iL, um Carvers Handlanger, die noch immer versuchen, den Wagen aufzubrechen, in einer der einprägsamsten Verfolgungsjagden der Reihe abzuschütteln. Die spektakuläre Verfolgung, während der das Fahrzeug auf Grund seiner Ausstattung und dank Bonds Fahrkünsten auch schwerstem Beschuss standhält, endet damit, dass der 750iL vom Dach des Parkhauses stürzt und auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Schaufenster einer Filiale des Autoverleihers landet, dessen Uniform Q bei der Übergabe des Wagens getragen hatte. Bond, der mit dem Chiffriercomputer entkommt, freut sich ersichtlich über die darin liegende Komik:

007, gekleidet in die Uniform eines Commanders der Royal Navy, landet in einem Hubschrauber vom Typ Sikorsky MH-53 Pave Low auf einem US-amerikanischen Luftwaffenstützpunkt im Südchinesischen Meer, wo er von CIA-Verbindungsmann Jack Wade (Joe Don Baker) begrüßt wird – einer Figur, die bereits im Vorgängerfilm GoldenEye eingeführt wurde und deren Bekleidung mit einem Hawaii-Hemd Bond hier mit einem Kopfschütteln kommentiert. Ein GPS-Experte der US Air Force liest den von Bond mitgebrachten Chiffriercomputer aus und erkennt, dass das Gerät manipuliert wurde. Er ermittelt auf der Grundlage der letzten Positionsmeldung der HMS Devonshire die Position, an der die Fregatte tatsächlich gesunken ist. Wade sorgt dafür, dass Bond mit einem Transportflugzeug vom Typ Fairchild C-123 Provider in die Region gebracht wird, in der das Wrack liegt. Um dem chinesischen Radar zu entgehen, muss Bond mit einem sogenannten HALO Jump, bei dem er seinen Fallschirm erst knapp über der Wasseroberfläche öffnen kann, aus großer Höhe aus der Maschine abspringen. Dem GPS-Experten fällt in letzter Sekunde auf, dass Bond in Wahrheit in vietnamesischen Hoheitsgewässern landen wird, was auf Grund der auf seinem Anzug und seiner Ausrüstung zahlreich vorhandenen US-amerikanischen Abzeichen mehr als problematisch erscheint, den Sprung aber nicht mehr verhindern kann.

Im Wrack der HMS Devonshire entdeckt Bond, dass einer der an Bord des Schiffes vorhandenen Marschflugkörper entwendet wurde, bevor er von Wai überrascht wird, die ebenfalls das Schiff untersucht und die er erst nach kurzem Kampf erkennt. Beide müssen sich aus dem Wrack der Fregatte retten, als dieses von dem Kliff rutscht, auf dem es unsicher aufliegt. Als sie die Wasseroberfläche erreichen, glauben sie, von einem vietnamesischen Fischer mit dessen Kutter gerettet werden zu können. Doch der Fischer wird hinterrücks mit einer Harpune erschossen. Der Täter ist Carvers Handlanger Stamper, der sich auf Deck des Kutters mit seinen Männern zu erkennen gibt.

Bond und Wai werden in Carvers Wolkenkratzer in Ho-Chi-Minh-Stadt gebracht. Dort treffen beide zunächst kurz auf einen Mann, den Wai als den chinesischen General Chang identifiziert. Carver legt Bond und Wai seine medialen Allmachtsphantasien auseinander, bevor er die beiden seinem Handlanger Stamper überlassen will, der als Schüler des verstorbenen Dr. Kaufman von diesem in der Kunst der Chakra-Folter unterrichtet worden ist und diese nun an Bond anwenden soll. Doch Bond und Wai können vor allem dank der Kampfkünste Wais entkommen, indem sie ein an der Fassade des Wolkenkratzers angebrachtes Banner nutzen, um sich abzuseilen. Sodann stehlen die beiden ein Motorrad vom Typ BMW R 1200 C, um Carvers Männern, die sie zunächst im Auto und dann per Hubschrauber verfolgen, in einer spektakulären Verfolgungsjagd durch die Straßen und über die Dächer von Ho-Chi-Minh-Stadt zu entkommen. Bond und Wai fechten dabei mehrfach die Rollenverteilung dem auf Motorrad untereinander aus. Obwohl die vom Helikopter gezeigten Flugmaneuver unrealistisch sind und die abschließende Einstellung, in der der Hubschrauber in ein Haus stürzt und explodiert, etwas zu lang geraten ist, um die für die Aufnahme verwendeten Schaufensterpuppen zu übersehen, lässt die Szene den Zuschauer fasziniert zurück:

Nach der Verfolgungsjagd gelingt es Wai zunächst wieder, Bond abzuhängen und ihre Untersuchung allein weiterzuführen, doch Bond spürt ihr nach und kann ihr, die sich in einer weiteren Kampfszene auf Grund ihrer Kampfkünste zunächst erfolgreich selbst gegen eine größere Gruppe Angreifer zur Wehr setzt, in einer versteckten Zentrale des chinesischen Geheimdienstes zu Hilfe kommen. Als Bond ihr versichert, dass es dem britischen Geheimdienst nicht um einen Gegenschlag, sondern um die Verhinderung eines dritten Weltkrieges geht, teilt Wai ihm mit, dass von einem Stützpunkt General Changs Stealth-Material verschwunden sei. Sie habe daraufhin eine Spur nach Hamburg zu Carvers Hauptquartier verfolgt. Der chinesische Geheimdienst sei davon ausgegangen, Carver wolle ein Stealth-Flugzeug bauen. Doch Bond schlussfolgert, dass es sich nur um ein Stealth-Boot handeln kann, mit dem Carver die HMS Devonshire versenkt und den Marschflugkörper von Bord der Fregatte gestohlen haben muss. Carver habe es nun darauf abgesehen, sein Boot im Schutz der Dunkelheit in die Nähe der angerückten britischen Flotte zu bringen und den gestohlenen Marschflugkörper auf China abzufeuern. Bond und Wai warnen ihre Regierungen, damit diese Gespräche führen und ihren Geheimdiensten so Zeit verschaffen können, Carvers Stealth-Boot zu finden. Bond nutzt die Gelegenheit, sich in dem technisch hervorragend ausgestatteten Versteck des chinesischen Geheimdienstes mit einer neuen Pistole vom Typ Walther P99 auszustatten. Wai ermittelt, dass Carvers Stealth-Boot in der Bucht von Hạ Long im Norden Vietnams liegen muss.

In der Bucht von Hạ Long finden Bond und Wai mit der Hilfe eines lokalen Fischers das Stealth-Boot. Durch Sprengsätze wollen sie das Boot für die britische und die chinesische Flotte sichtbar machen, so dass es durch diese zerstört werden kann. Von seiner Position zwischen den beiden Flotten feuert Carver je eine Rakete auf jede der Flotten ab, um diese gegeneinander aufzuhetzen. Die erste Rakete verfehlt die britische Fregatte HMS Bedford nur knapp. An Bord der Fregatte meldet ein Überwachungsoffizier (Hugh Bonneville) zudem, dass chinesische Kampfjets vom Typ MiG-21 im Anflug sind. An Bord des Stealth-Bootes entdeckt Elliot Carver auf den Überwachungsbildschirmen Wai Lin, die sodann von Stamper gefangengenommen wird. Carver vermutet jedoch zu Recht, dass sich auch Bond an Bord befinden muss.

Bonds Nachricht ist inzwischen bei M angelangt, die Konteradmiral Roebuck darüber informiert, dass der Aggressor nicht China, sondern Carver ist, der beide Seiten gegeneinander auszuspielen versucht. Die Royal Navy solle nach Carvers Stealth-Boot suchen. Ein entsprechender Befehl geht auf der HMS Bedford ein. An Bord seines Stealth-Bootes erläutert Carver der gefangenen Wai, die sein einziges Publikum darstellt, dass er den gestohlenen Marschflugkörper auf Beijing abfeuern werde, wo General Chang das chinesische Oberkommando soeben zu einer Krisensitzung einberufen habe. Das Oberkommando soll so ausgelöscht werden, während der General selbst unter einem Vorwand in sicherer Entfernung bleibt, um unmittelbar danach die Macht zu übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt werde die chinesische Luftwaffe bereits die britische Flotte im Südchinesischen Meer versenkt haben. General Chang werde sodann einen Waffenstillstand verhandeln und als neuer Führer einer Weltmacht den Friedensnobelpreis erhalten. Carver selbst erhalte im Gegenzug die exklusiven Senderechte in China für die kommenden 100 Jahre.

Als Carver Gupta befehlen will, den Abschuss des Marschflugkörpers vorzubereiten, meldet sich an Guptas Stelle Bond per Funk. Er hat Gupta in seiner Gewalt und bietet Carver an, ihn gegen Wai auszutauschen. Als Gupta mitteilt, dass alles für den Abschuss des Marschflugkörpers auf Beijing vorbereitet sei, erschießt Carver ihn, womit er Bonds Pfand beseitigt. Doch dieser zündet mittels der Uhr, mit der er sich ebenfalls aus den Beständen des chinesischen Geheimdienstes ausgestattet hatte, eine wenige Minuten zuvor von ihm an Bord des Stealth-Bootes versteckte Handgranate. Die Explosion reißt ein Loch in die Hülle des Stealth-Bootes und sorgt dafür, dass Wai freikommt. Bond und Wai liefern sich einen Kampf mit Carvers Männern. Wai versucht, das Stealth-Boot, das nun Fahrt aufnimmt, zu stoppen, während Bond es unternimmt, den Start des Marschflugkörpers zu verhindern.

Sowohl die britische als auch die chinesische Flotte haben das beschädigte Stealth-Boot in der Zwischenzeit geortet und sich gegenseitig darauf verständigt, keine Angriffe auf die jeweils andere Flotte zu beginnen. Die HMS Bedford beginnt damit, das Stealth-Boot zu beschießen. Der fünfminütige Countdown für den Start des Marschflugkörpers beginnt. Wai gelingt es, den Vortrieb des Stealth-Bootes zu beenden. Während massiver Gefechte an Bord des Bootes wird dieses immer weiter beschädigt und seine Tarnung damit immer mehr aufgehoben. Schließlich gelingt es der HMS Bedford, einen Treffer zu landen. Die Besatzung verlässt das schwer beschädigte Stealth-Boot. Bond und Wai sowie Carver und Stamper bleiben zurück. In einem aussichtslos scheinenden Moment gelingt es Bond, den im Inneren des Bootes aufgehängten Seadrill zu aktivieren und so Carver zu töten.

Stamper hat Wai erneut gefangengenommen und stellt Bond vor die Wahl, entweder von dem Marschflugkörper, den er in letzter Minute entschärfen will, abzulassen und Wai zu retten oder aber die in Ketten gefesselte Wai ertrinken zu lassen. Wai bestärkt Bond in dem Plan, den Marschflugkörper in jedem Fall unschädlich zu machen. Stamper lässt die angekettete Wai ins Meer fallen und liefert sich einen Kampf mit Bond, in dessen Verlauf es 007 gelingt, Stamper unter dem schweren Marschflugkörper einzuklemmen. Bond rettet sich ins Meer, wo er die gefesselte Wai unter Wasser beatmen und vor dem Ertrinken retten kann, während Stamper über Wasser von dem detonierenden Marschflugkörper getötet wird.

Durch eine Meldung der HMS Bedford erfährt M, dass Carver getötet wurde, während sich Bond retten konnte. Sie diktiert Moneypenny eine Pressemitteilung, nach der Elliot Carver auf einer Kreuzfahrt im Südchinesischen Meer an Bord seiner Luxusyacht verschwunden und vermutlich ertrunken ist und die örtlichen Behörden davon ausgehen, der Medienmogul habe Selbstmord begangen.

Im Südchinesischen Meer sucht die HMS Bedford nach Bond und Wai. In einer Schlussszene, die insbesondere die Schlusssequenz aus dem Film Goldfinger zitiert, beschließen die beiden auf Vorschlag von Bond, sich zunächst nicht zu erkennen zu geben, sondern in Deckung zu bleiben. Sie umarmen und küssen sich.

Zu Beginn des Abspanns erscheint die Widmung »In loving memory of Albert R. › Cubby‹ Broccoli« (»Zum Gedenken an Albert R. › Cubby‹ Broccoli«). Der Abspann ist sodann nicht mit dem Titelsong Tomorrow Never Dies, sondern mit dem Surrender unterlegt. Der von David Arnold produzierte und von K. D. Lang gesungene Song war von den Produzenten zu Gunsten von Tomorrow Never Dies als Titelsong abgelehnt worden, gilt vielen jedoch bis heute als das gelungenere der beiden Stücke.

Produktionskosten und Einspielergebnis

Die Produktionskosten für Tomorrow Never Dies betrugen rund 110 Mio. USD und haben sich damit gegenüber dem Vorgängerfilm GoldenEye beinahe verdoppelt. In den Kinos spielte der Film rund 340 Mio. USD ein – ein Ergebnis, das knapp unter dem des Vorgängers GoldenEye liegt.

Auf Tomorrow Never Dies folgte im Jahr 1999 The World Is Not Enough, der 19. Bond-Film der EON-Reihe.

Stand: August 2021