James-Bond-Lexikon / Artikel / Szene

Die Szene ist ein Abschnitt eines Films und zeichnet sich vor allem durch den engen Zusammenhang der in ihr dargestellten Handlung aus.
- Die Szene als Abschnitt eines Films
- Die ikonischsten Szenen aus den Bond-Filmen
- Die Casino-Szene aus 007 jagt Dr. No
- Die Strand-Szene aus 007 jagt Dr. No
- Die Zug-Szene aus Liebesgrüße aus Moskau
- Die Laser-Szene aus Goldfinger
- Die SPECTRE-Szene aus Feuerball
- Die Schluss-Szene aus Im Geheimdienst Ihrer Majestät
- Die Auktions-Szene aus Octopussy
- Die Casino-Szene aus GoldenEye
- Die Zug-Szene aus Casino Royale
- Die Einführung des Bösewichts in Skyfall
- Die SPECTRE-Szene in Spectre
- Quellen zu diesem Artikel
Die Szene als Abschnitt eines Films
Anders als die Sequenz, die vor allem eine formale und gestalterische Einheit ist, wird die Szene durch einen inhaltlichen Zusammenhang definiert. Dieser inhaltliche Zusammenhang besteht vor allem in einer kontinuierlichen Personenkonstellation. Typischerweise handeln in einer Szene also die gleichen Figuren, und zwar in engem zeitlichem und örtlichem Zusammenhang. Der Wechsel von einer Szene zur nächsten wird dagegen durch einen Wechsel in der Personenkonstellation oder durch einen Wechsel von Zeit oder Ort markiert.
Während die dargestellte Handlung innerhalb einer Szene typischerweise in Echtzeit abläuft, so dass die Zeit der Darstellung der dargestellten Zeit entspricht, gehen Szenenwechsel häufig mit mehr oder weniger großen Zeitsprüngen und Ortswechseln einher. Durch das Fortschreiten von Szene zu Szene kann ein Film innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit eine umfangreiche Handlungen erzählen.
Eine Szene besteht typischerweise aus einer Abfolge mehrerer Einstellungen. Aus einer Abfolge mehrerer Szenen entsteht dagegen eine Sequenz. Eine Besonderheit ist insoweit die sogenannte Plansequenz (siehe dort).
Die ikonischsten Szenen aus den Bond-Filmen
Einige Szenen aus den Bond-Filmen heben sich aufgrund ihrer gelungenen Gestaltung als besonders ikonisch heraus. Sie bleiben dem Publikum mehr oder weniger bewusst im Gedächtnis und prägen das Bild der Reihe in besonderem Maße.
Es folgen die aus der Sicht unserer Redaktion ikonischsten Szenen der 25 Bond-Filme der offiziellen Reihe. Für eine Liste der ikonischsten Sequenzen siehe dort.
Die Casino-Szene aus 007 jagt Dr. No
Im ersten Bond-Film der offiziellen reihe 007 jagt Dr. No aus dem Jahr 1962 wird James Bond (Sean Connery) in einer Szene eingeführt, die im Londoner Casino Le Cercle im Club Les Ambassadeurs spielt. Die Szene wurde am 2. März 1962 in einem der frühen bemerkenswerten Sets von Ken Adam gedreht und darf als eine der ikonischsten Einführungen eines Titelhelden in der Filmgeschichte gelten. Hier fallen zum ersten Mal die berühmt gewordenen Worte „Bond. James Bond“:
Die Strand-Szene aus 007 jagt Dr. No
Im ersten Bond-Film der offiziellen reihe 007 jagt Dr. No aus dem Jahr 1962 finden wir mindestens eine weitere ikonische Szene, die dem Publikum bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Es handelt sich um die Einführung des Bond-Girls Honey Rider (Ursula Adress) in einer Szene, in der sie am Strand der fiktiven Insel Crab Key von James Bond (Sean Connery) entdeckt wird. Die Szene wurde auf Jamaika gedreht und zitiert mit ihrer Ästhetik insbesondere Sandro Botticellis Gemälde Die Geburt der Venus:
Die Zug-Szene aus Liebesgrüße aus Moskau
Bereits im zweiten Bond-Film der offiziellen Reihe Liebesgrüße aus Moskau aus dem Jahr 1963 begegnet uns eine weitere Szene, die bis heute als Prototyp gilt. Es handelt sich um den Kampf zwischen James Bond (Sean Connery) und SPECTREs Handlanger Donald Grant (Robert Shaw) im Zug:
Die Laser-Szene aus Goldfinger
Im dritten Bond-Film der offiziellen Reihe Goldfinger aus dem Jahr 1964 findet sich eine Szene, in der James Bond (Sean Connery) von Bösewicht Auric Goldfinger (Gert Fröbe) gefangen genommen wurde und in eine scheinbar ausweglose Situation geraten ist. Auf einen Tisch geschnallt sieht Bond dem sicheren Tod entgegen, als sich ein Laser zwischen seinen Beinen auf ihn zubewegt und ihm nicht nur seine Männlichkeit, sondern sein Leben zu nehmen droht. Die Wirkung der ikonischen Szene wird durch das Set von Ken Adam und durch die Filmmusik von John Barry entscheidend verstärkt:
Die SPECTRE-Szene aus Feuerball
Im vierten Bond-Film der offiziellen Reihe Feuerball aus dem Jahr 1965 werden die Terrororganisation SPECTRE, James Bonds Erzfeind Blofeld (Anthony Dawson, hier als Nummer 1) sowie der Bösewicht des Films Emilio Largo (Adolfo Celi) in einer Szene eingeführt, die ihren ikonischen Charakter wiederum nicht zuletzt aus dem von Ken Adam gestalteten Set ableitet. Hinzu kommt die intelligent erzählte Handlung, durch die der Charakter der gezeigten Personen illustriert wird:
Die Schluss-Szene aus Im Geheimdienst Ihrer Majestät
Der sechste Bond-Film der offiziellen Reihe Im Geheimdienst Ihrer Majestät aus dem Jahr 1969 endet mit einer der emotionalsten Szenen der Reihe. Nur Stunden nach der Hochzeit von James (George Lazenby) und Tracy Bond (Diana Rigg) wird Bonds Ehefrau von seinem Erzfeind Blofeld (Telly Savalas) und dessen Handlangerin Irma Bunt (Ilse Steppat) erschossen. Die ikonische Szene entfaltet ihre Wirkung insbesondere durch die emotionale Fallhöhe und den Überraschungseffekt:
Die Auktions-Szene aus Octopussy
Im 13. Bond-Film der offiziellen Reihe Octopussy aus dem Jahr 1983 findet sich eine ikonische Szene, die im Auktionshaus Sotheby’s spielt. James Bond (Roger Moore) besucht eine Versteigerung, begleitet von Kunstexperte Jim Fanning (Douglas Wilmer). In der Szene wird nicht nur Bond durch die gezeigte Handlung charakterisiert, sondern auch der Bösewicht Kamal Khan (Louis Jourdan) eingeführt:
Die Casino-Szene aus GoldenEye
Im 17. Bond-Film der offiziellen Reihe GoldenEye aus dem Jahr 1995 wird James Bond (Pierce Brosnan) mit einer Szene eingeführt, die die Casino-Szene aus dem ersten Bond-Film der offiziellen Reihe 007 jagt Dr. No aus dem Jahr 1962 zitiert (siehe oben). Auch hier erleben wir Bond am Baccara-Tisch, diesmal gegenüber der Handlangerin Xenia Onatopp (Famke Janssen). Die Szene lebt nicht zuletzt von der angespannten Atmosphäre im Casino und der kontrastierenden Musik von Éric Serra. Auch hier fallen die ikonischen Worte „Bond. James Bond“:
Die Zug-Szene aus Casino Royale
Im 21. Bond-Film der offiziellen Reihe Casino Royale aus dem Jahr 2006 findet sich eine Szene, die die zweite Hälfte des Films einleitet und in der das Bond-Girl Vesper Lynd (Eva Green) eingeführt wird. Wie so viele ikonische Szenen der Reihe spielt sie in einem fahrenden Zug. Wir erleben einen verbalen Schlagabtausch zwischen Bond (Daniel Craig) und Lynd, aus dem Lynd als Gewinnerin hervorgeht, bevor sie Bond im Speisewagen zurücklässt:
Die Einführung des Bösewichts in Skyfall
Im 23. Bond-Film der offiziellen Reihe Skyfall aus dem Jahr 2012 findet sich nach der Hälfte des Films eine Szene, in der der Bösewicht Raoul Silva (Javier Bardem) eingeführt wird. Bond, der auf einem Stuhl gefesselt ist und aus dessen Perspektive wir die Szene erleben, ist gezwungen, Silvas Monolog anzuhören, während dieser aus einem Aufzug steigt und Schritt für Schritt auf ihn zukommt. Die Länge des parabelhaften Monologs ist dabei genau so bemessen, dass er von Silva gehalten wird, während er das Set durchquert. Trotz oder gerade wegen ihrer Schlichtheit erzeugt diese ikonische Szene eine enorme Spannung:
Die SPECTRE-Szene in Spectre
Im 24. Bond-Film der offiziellen Reihe Spectre aus dem Jahr 2015 sehen wir eine Versammlung der Terrororganisation SPECTRE. James Bond wähnt sich zunächst unentdeckt und beobachtet das Geschehen aus dem Verborgenen, bevor sein Erzfeind Blofeld, der die Versammlung leitet, überraschend die Aufmerksamkeit auf ihn lenkt. Die ikonische Szene gewinnt insbesondere durch das Set, das Spiel mit Licht und Schatten, die verwendeten Perspektiven und das lange Schweigen Blofelds eine fesselnde Wirkung:
Quellen zu diesem Artikel
März 2026